A3-Übung auf historischem Areal
Sechs Feuerwehren proben für Ernstfall – Nachwuchskräfte sind die Retter von morgen
Streng genommen hat es am Freitagabend für die Wallerdorfer Feuerwehr „zurück zu den Wurzeln“ geheißen: Die diesjährige A3-Übung fand auf einem Teil des Areals in Obernberg statt, auf dem auf den Tag genau vor 130 Jahren, am 7. Juli 1893, ein Großbrand ausgebrochen war, der fast das ganze Dorf in Schutt und Asche gelegt hatte.
Brandstifter war damals ein 13-jähriger Hirtenjunge, der sich ungerecht behandelt gefühlt hatte. Diese verheerende Katastrophe machte den Bürgern bewusst, wie wichtig kompetentes, rasches Handeln bei solch einem Inferno ist – dies war die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr Wallerdorf.
Die Einsatzkräfte standen vor den Aufgaben, in einem brennenden, stark verrauchten Gebäude vermisste Personen aufzuspüren, sie zu bergen und durch Erstversorgung zu stabilisieren. Das Haus war zu löschen, ebenso wie ein angrenzendes Feld, das durch Funkenflug entzündet worden war.
Eine „unter Schock stehende Person“ hatte sich vor dem Feuer auf ein Dach geflüchtet und konnte sich aus eigener Kraft nicht aus dieser misslichen Lage befreien. Spektakulär war die Rettungsaktion der Osterhofener Feuerwehr, von deren Drehleiter aus sich ein Kamerad abseilte, um Hilfe zu leisten. Die Feuerwehr Forsthart bekämpfte den Brand mit einem Wasserwerfer, der wiederum von der Wehr aus Langenamming gespeist wurde. „Die Zufahrt auf der engen Dorfstraße von westlicher und österlicher Seite her war eine logistische Herausforderung“, gestand Einsatzleiter und Kommandant der Wallerdorfer Feuerwehr, Josef Köck jun.
Dass die Übungen stets an verschiedenen Orten stattfinden, hat einen besonderen Grund, der unter Umständen Leben retten kann, betonten die Führungskräfte: So können sich „fremde“ Wehren mit auswärtigen Gegebenheiten vertraut machen und lernen, wo sich Unterflurhydranten, Weiher oder weitere Wasserentnahmestellen befinden.